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Buchtipp: Terra Preta – Die schwarze Revolution aus dem Regenwald

Ein Buch von Ute Scheub, Haiko Pieplow und Hans-Peter Schmidt

Schwimmende Gärten in Mexiko City, solidarische Landwirtschaft in Peking, Guerilla Gardening in Hamburg und Berlin, Klimafarming im Wallis oder Humusaufbau in der Ökoregion Kaindorf. Mit geschärften, journalistischem Handwerk und praktischer Leidenschaft zeigt Ute Scheub innbrünstig wie unterhaltsam die weltweit entstandenen Samen einer lebensfreudigen Gartenbaubewegung. Das Buch ist im Februar 2013 im oekom Verlag erschienen und könnte inhaltlich aktueller nicht sein. Wer sich umfassend mit der schwarzen Revolution – nicht nur aus dem Regenwald – beschäftigen will bekommt mit diesem Meisterwerk ein adäquates Werkzeug an die Hand.

Vom theoretischen Hintergrund über praktische Beispiele bis hin zur Anleitung zum Selbermachen ist in den rund 200 Seiten alles wichtige über Terra Preta enthalten. Die beiden Terra-Preta-Pioniere Haiko Pieplow und Hans-Peter Schmidt stehen der “taz”-Mitbegründerin Ute Scheub seit langer Zeit inspirierend und unterstützend zur Seite. Auch in diesem Buch haben sie ihre fruchtbringenden Spuren hinterlassen.

Das Buch ist in zwei reichlich bebilderte Teile aufgeteilt: dem Grundlagen- und dem Praxisteil. Es ist frisch, modern und leicht verständlich geschrieben, ohne dabei fachliche Genauigkeit oder Tiefenschärfe einzubüssen. Mensch könnte sagen, es ist ein Gegenwartsroman mit Handbuchcharakter. Die Protagonisten sind die vielen emsigen, grünen Rebellen auf Mutter Erde, die mit ungebrochener Lebensfreude, trotz aller Widrigkeiten dem Lebendigen Raum und den Menschen Nahrung verschaffen; gepaart mit freundlichem Miteinander und zukunftsweisenden Gemeinschaftskonzepten.

Dieses Werk ist ein Wegbereiter für ein bewussteres Miteinander von Mensch und Natur in neuer Zeit. Es findet seinesgleichen beispielsweise in der „Humussphäre“ von Herwig Pommeresche, der eine ähnlich wertvolle Abhandlung der Möglichkeiten zum Humusaufbau verfasste.

Das Buch ist über den oekom Verlag im Softcover oder als E-Book erhältlich und kostet 19,95 €

Es ist schwer möglich der Vielfalt dieses Buches mit einer Zusammenfassung gerecht zu werden. Ich werde aus diesem Grunde abschliessend das Inhaltsverzeichnis für sich sprechen lassen:

Teil I: Die Grundlagen

1. Kapitel: Die Irrtümer der fossilen Landwirtschaft

° Die Agroindustrie zieht unserem Planeten die Haut ab.

° Pestizide vergiften den Boden, die Großtechnik führt zum Abtrag der Humusschicht.

2. Kapitel: Kulturen brauchen fruchtbaren Boden – das Geheimnis des schwarzen Goldes

° Hochkulturen benötigen einen Überschuss an Nahrung, der nur auf fruchtbaren Boden entstehen kann.

° So war es in Amazonien, wo auf Terra Preta riesige Gartenstädte wuchsen – aber auch in Mesopotamien, Ägypten, China und Europa.

Teil II: Handbuch

3. Kapitel: Klimagärtnern: Grundprinzipien und Grundstoffe

° Beim Klimagärtnern werden riesige Mengen Kohlendioxid in Form von Kohlenstoff dauerhaft im Humus gespeichert.

° Pflanzenkohle und die Förderung eines aktiven Bodenlebens sind unverzichtbar.

4. Kapitel: Herstellungsmethoden von Terra Preta

° Ob im Kompost, mit Küchenbokashi oder in Stapelkisten – Schwarzerde kann auf vielen Wegen entstehen.

° Antworten auf oft gestellte Fragen zur Terra-Preta-Produktion und viele Praktische Tipps.

5. Kapitel: Biologische und gärtnerische Vielfalt

° Terra Preta kann die Biodiversität steigern und die kulturelle Vielfalt fördern.

° Ob in der Stadt oder auf dem Land, in Klein- oder Gemeinschaftsgärten, auf dem Fensterbalkonen oder im Quadratgärtchen – auf selbst gemachter Schwarzerde sprießt das pralle Leben.

6. Kapitel: Alte und neue Sanitärsysteme

° Terra Preta macht es möglich, die eigenen inneren Werte zu veredeln und offene Kreisläufe wieder zu schließen.

° Homo, Humus, Humanitas – drei Wörter, die nicht zufällig den selben Ursprung haben.

Das Buch ist gespickt mit schönen Beispielen, wie mensch seinen Beitrag angehen könnte:

Geschichten und Projekte rund um die Welt von Terra Preta

  • Die schwimmenden Gärten von Mexiko City
  • Klimafarming im Wallis
  • Humusaufbau in der Ökoregion Kaindorf
  • Effektive Mikroorganismen aus dem Chiemgau
  • TerraBoGa: Forschungsprojekt im Botanischen Garten Berlin-Dahlem
  • Die Hennen von Hennes oder wie man Hühnermist zu Gold macht
  • Alles Banane in der Papageiensiedlung: ein Stapelkompost-Tagebuch
  • Solidarische Landwirtschaft: Little Donkey Farm bei Peking
  • Permakultur im Lebensgarten Steyerberg
  • Prinzessinengarten Berlin: Guerilla Gardening mit dem grünen Chè
  • Das Theater am Rand: ein Gesamtkunstwerk im Odenbruch
  • Bäume als Regenmacher in der Steppe Kolumbiens
  • Trockenklos statt verseuchte Ernten in Mexiko
  • Essbare Kunst von Ayumi Matsuzaka
  • Humus aus dem Hamburger Hauptbahnhof
  • Friedrich Hundertwasser oder: die heilige Scheiße

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