Schlagworte: Humus

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Terra Preta – was ist dran?

Eine Bestandsaufnahme

Dr. Rainer Kluge, Karlsruhe, und Dr. Jürgen Reinhold, Potsdam(1)

Die Terra Preta, die legendäre Schwarzerde der Indios aus Amazonien, beschäftigt heute engagierte Laien, Fachwissenschaftler und Medien. Sie wird seit Jahren intensiv, häufig auch kontrovers diskutiert. Befürworter glauben, mit ihr die Bodenfruchtbarkeit – im Unterschied zur konventionellen Landwirtschaft – erstmalig dauerhaft und ohne ergänzende Mineraldüngung erhalten zu können. Weiterlesen

Dr. Rainer Kluge

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Bericht vom Stammtisch in Stütensen, 21. April 2012

Im Rahmen der – nicht immer – monatlichen Stammtische organisierte Reiner von Kamen vom Bauckhof Stütensen einen Workshop zum Thema Humus, eine Chance für Klima und Erde.

Mit rund 40 Interessierten schauten wir, nach einer wunderschönen Einleitung von Herrn Kamen, Ausschnitte aus dem Film: „Humus“, präsentiert von Jakob Schererz. Er leitete auch die gefolgte Diskussion über die unterschiedlichen Möglichkeiten des Humusaufbaus. Da sich wohl hauptsächlich praktisch orientierte Menschen im Saal befanden, wurde sich angeregt und gewinnbringend ausgetauscht. Es zeigte sich, dass die Bereitschaft zu neuen Wegen, sowohl für die anwesenden Gärtner als auch für die Landwirte, erfreulich hoch ist.

Das größte Problem zeigte sich eher in der Vorstellung, Humusaufbau in den wirtschaftlichen Alltag zu integrieren. Viele Hürden müssen bis dahin noch genommen werden. Seien sie wirtschaftlich oder rechtlich. Und auch das derzeitige Wirtschaftssystem ist auf eine humusaufbauende Landwirtschaft nicht vorbereitet. Hier sollten wir verstärkt unsere Aufmerksamkeit bündeln. Auch wenn an diesem sonnigen Samstag keine Lösung für das wirtschaftliche Problem gefunden werden konnte, so wurden doch Anregungen in Richtung freiwillige CO2-Zertifikate und Erzeuger-Verbraucher-Genossenschaften (Beispiel Bremen) diskutiert. Beim nächsten Stammtisch sollten wir uns intensiver mit diesen Alternativen auseinandersetzen.

Nach der anregenden Diskussion und einer Kaffee-Pause – mit leckersten Kuchen, gespendet vom Bauckhof – berichtete Sebastian Seelig vom Projekt Clima Carbo in Gartow. Gefördert vom BMBF und durchgeführt von der UNI-Halle sowie der Pyreg GmbH, fungiert der Verein Wendepunktzukunft als Berater und Unterstützer vor Ort. Das Projekt läuft über drei Jahre. Genaueres ist auf unserer Projektseite zu erfahren.

Auch der Bauckhof hat mit seinen Experimenten bereits begonnen. Während beim Clima Carbo Projekt auf gelenkte aerobe Kompostierung nach der CMC-Methode (CMC=controlled microbial composting) gesetzt wird, verlassen sich Reiner von Kamen und seine Kollegen lieber auf die Kraft der Regenwürmer. In einer Mischung aus Mist, Dinkelspelzen und Pflanzenkohle konnte bereits eine hoffnungsvolle Entwicklung beobachtet werden. Die Vielfalt der Experimente, auch von den Gästen, lässt auf ein spannendes Jahr hoffen.

Den Abschluss des Tages bereitete eine Führung zu den Kompostflächen des Bauckhofs sowie einer Feldbegehung beim angrenzenden Feld von Klaus-Hinrich Schulz, der seine Beobachtungen mit Schwarzwasser teilen wollte. Weitere Informationen über das Schwarzwasser-Phänomen vom Landwirt Schulz können unter: Inwaquarz eingesehen werden.

Alles in allem war es ein gelungener Nachmittag. Es freut uns bei jedem Stammtisch alte Bekannte und neue Gesichter zu sehen. Es zeigt sich ein großes Interesse an den Aufgaben unserer Zeit.

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Pflanzenkohle in Kleingärten – Resultate 2011 [aus Ithaka-Journal]

In den letzten beiden Jahren beteiligten sich mehr als 200 Kleingärtner an einem vom Delinat-Institut koordinierten Versuch mit Pflanzenkohle. Auf je 10 m2 wurde das Wachstum verschiedenster Gemüsearten mit und ohne Pflanzenkohle verglichen. Die Analyse der Resultate zeigt spannende Tendenzen und bestätigt einmal mehr, wie wichtig der gezielte Einsatz von Pflanzenkohle ist. weiterlesen: hier

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Besuch bei der GrünRaum Initiative in Lüneburg

Seit über einem Jahr organisiert der Verein Wendepunktzukunft Workshops und Stammtische zum Thema Humusaufbau und Humus aufbauende Anbaumethoden. Ein Schwerpunkt dieses Bereiches ist die Erforschung der Nutzungsmöglichkeiten von Pflanzenkohle. Im Amazonas-Gebiet nennt mensch diese Erde Terra Preta. In unseren Breitengraden kann mensch Terra Preta eher mit einer Bewegung in Zusammenhang bringen, denn mit einer anthropogenen Erde.

Im Zusammenhang mit dem Workcamp der lüneburger Janun-Gruppe, “ohne Geld durch die Welt” wurden wir angefragt, ob wir bei einem Aktionstag in der Lüneburger Stadtfarm und dem Permakultur ZICKENGARTEN fachliche Unterstützung bezüglich der Herstellung von Terra Preta geben könnten. Das taten wir natürlich gerne.

Am Karfreitag und am Sonntag referierte Daniel Oliver Habenicht über die Prinzipien der Terra Preta Herstellung und gab Hilfestellung beim Bau eines Terra Preta Trockenklos sowie beim Bau eines Pyrolyse-Ofens. Beides wurde weitestgehend aus recycelten Matrialien gebaut.

Die Pflanzenkohle, die jetzt im Pyrolyse-Ofen hergestellt wird, kann wunderbar für das Terra Preta Klo genutzt werden. Somit ist wieder ein Stoffstromkreislauf entstanden.

Hier sind ein paar fotographisch festgehaltene Eindrücke:

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Europäisches Pflanzenkohle Zertifikat [aus Ithaka-Journal]

Mit der Einführung des Europäischen Pflanzenkohle Zertifikats wird ein Meilenstein für die landwirtschaftliche Nutzung von Pflanzenkohle gesetzt. Pflanzenkohlen, die nach den Richtlinien des Zertifikats hergestellt werden, erfüllen sämtliche Anforderung an eine kontrollierte Produktion mit positiver Klima- und Umweltbilanz. Die ökologisch nachhaltige Beschaffung der verwendeten Biomassen wird dabei ebenso garantiert wie die Einhaltung aller gesetzlichen Vorgaben des Bodenschutzes und der Luftreinhaltung. Umfassend werde die Eigenschaften und die Qualität der Pflanzenkohle bewertet, so dass ein gezielter Einsatz der Pflanzenkohle in der Landwirtschaft, der Tierhaltung und der Abwasserbehandlung gewährleistet werden kann.

weiterlesen: hier

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Buchtip: Humussphäre – von Herwig Pommeresche

Mit der provokanten Frage: Humus – ein Stoff oder ein System? Entzieht Herwig Pommersche der Theorie der Mineralisierung von Justus von Liebig bezüglich des Pflanzenreichs jegliche Existenzberechtigung. Mit viel Enthusiasmus und wichtigen Namen aus der Biologie bringt er die drei Säulen der technologischen Agrikultur – NPK (Nitrogen, Phosphor, Kalium) – zu Fall. Denn wie Herwig Pommersche sind Raoul Heinrich Francé, Annie Francè-Harrar, Hans-Peter Rusch und Hugo Schanderl der Meinung, dass Pflanzen sich aus dem organischen und nicht dem mineralischen Bereich ernähren.

Der Autor leitet seine Gedanken mit den geschichtlichen Ausführungen der momentan herrschenden Vorgehensweisen in der technologischen, ökologischen sowie der biodynamischen Landwirtschaft ein und stellt anschliessend die “andere” Agrikultur dem gegenüber.

Ein sehr inspirierendes und unterhaltsames Buch. Pommersche macht einen Querschnitt durch die aktuellen Möglichkeiten naturnah die Humussphäre zu nähren. Es werden viele Beispiele aufgezeigt, die unglaublich scheinen und heute gar für schwer realisierbar gehalten werden. Allerdings sind es keine Wundermenschen, die hier zu Werke gingen und gehen, sondern Pioniere der Landwirtschaft, die sich trauen auf ihr Herz zu hören und den Verstand dabei nicht ausser Acht lassen.

Durch einen ausführlichen Quellennachweis kann der Leser bei Bedarf in die verschiedenen Themen tiefer eintauchen und sich ein eigenes Bild verschaffen. Mir hat es sehr viel Freude gemacht, dieses Buch zu lesen und ich kann es nur empfehlen. Es enthält viele verdrängte und längst vergessene Aspekte der Naturwissenschaft und bringt sie “zurück” in die Gegenwart.

Erschienen ist das Buch 2004 im “Organischer Landbau Verlag Kurt Walter Lau“. Es hat 224 Seiten, Hardcover und kostet 22,00 €

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Buchtip: Humusaufbau – eine Chance für Landwirtschaft und Klima (2011)

Wenn Menschen aus der Praxis ein Buch schreiben, kommt meistens etwas gutes dabei heraus. Gerald Dunst ist ein solcher Praktiker und schrieb ein gutes Buch. Als studierter Landwirt betreibt er seit über zwanzig Jahren Forschung im Bereich der Bodenverbesserung und des Humusaufbaus. In diesem Jahr erschien sein Buch zum Thema Humusaufbau; es ist besonders empfehlenswert für Landwirte, Gärtner, Hobbygärtner und Aktivisten sowie Forscher und Wissenschaftler.

Das Buch kann einerseits als Handbuch andererseits aber auch als Statusmeldung über die neuesten Möglichkeiten zur Bodenverbesserung, Kohlenstoffbindung oder den aktiven Umweltschutz in der Landwirtschaft gelesen werden. Dabei ist es gut gegliedert, übersichtlich gestaltet und in leicht auffindbaren Kapiteln unterteilt.

Inhaltlich wird das Thema Humus und Humusaufbau von der Theorie bis zur Praxis durchgearbeitet. Die Texte sind leicht verständlich und bedürfen kein naturwissenschaftliches Studium. Mir gefällt vor allem die Verbindung von Forschung und Umsetzung. So weit es zur Zeit möglich ist unterfüttert Gerald Dunst seine Aussagen mit Daten und Fakten. Dabei bleibt er auf seiner Linie und gibt weiteren Überlegungen und anderen Herangehensweisen den nötigen Raum. Viele Fragen sind noch offen. Es muss noch viel getan werden. Dieses Buch gibt die Möglichkeit an aktuellen Erkenntnissen anzuknüpfen und im eigenen Sinne fortzuführen.

Besonders hervorzuheben sind die Praxisbeispiele einiger Pioniere, die nicht nur vorbildlichen Humusaufbau betreiben, sondern auch mit Mischkultur, Untersaaten und Minimalbodenbearbeitung große Erfolge erzielen konnten. Daran zeigt sich, wie wichtig ein Umdenken in der Landwirtschaft ist.

Im letzten Kapitel wird die hoffnungsvolle Schwarzerde aus dem Amazonas, Terra Preta, behandelt. Gerald Dunst sieht in der Terra Preta Technologie ein immenses Potential. Das macht Hoffnung.

Abschließend kann dieses Buch nur dringend weiterempfohlen werden. Sei es als Überblick, Diskussionsgrundlage oder eben zum Selbermachen.

Das Buch “Humusbaufbau – Chance für Landwitschaft und Klima” kann unter office@sonnenerde.at bestellt werden.

Preis: € 25,00 (inkl. 10% MwSt.)

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Zahlungsweise: Rechnung und Erlagschein beigelegt Zahlungsziel 10 Tage ab Rechnungserhalt

Hier geht es zur Webseite von Gerald Dunst: Sonnenerde