über uns

„Wir müssen den ländlichen Raum fördern . . .“

gehört zum Mantra von Politikern und Wahlversprechern. Dementsprechend werden immer wieder große finanzielle und organisatorische Anstrengungen unternommen, um Arbeitsplätze auf dem Land zu schaffen, um die Transportinfrastruktur gegen alle ökonomische Räson zu erhalten, um kulturelle und soziale Aktivitäten zu fördern und lokale Kommunikationsinfrastrukturen zu verbessern. Trotzdem hält die Abwanderung von Familien und jungen Menschen ungebremst an. Ärztliche Versorgung und Pflegedienste müssen geschrumpft und zentralisiert werden. Ganze Dörfer veröden und verarmen materiell wie auch kulturell.

Der Grund hierfür liegt in der Entkopplung dieser politisch-finanziellen Anstrengungen von den tatsächlichen gesamtgesellschaftlichen Leistungen des ländlichen Raums. Politische und finanzielle Unterstützungsmaßnahmen sind primär Wiederwahlerwägungen geschuldet. Sie reflektieren aber nicht die tatsächlichen Leistungen in den Bereichen Ernährung, Energie und Klima und sie korrelieren auch nicht qualitativ und quantitativ mit ihnen. Solange aber das nicht der Fall ist und das Leben und Arbeiten auf dem Land nicht die gesamtgesellschaftliche Wertschätzung erfährt, die es verdient, solange werden selbstbestimmte, engagierte Bürger das Leben auf dem Land auch nicht attraktiv finden. Und solange wird der ländliche Raum auch nicht strukturelle und ökonomische Eigenständigkeit erlangen können.

Wendepunktzukunft’s Ansatz ist interdisziplinär und wirft in drei Themenbereichen Fragen auf: Energie & Ernährung: Wie müssen im Energiesektor und im Ernährungsbereich Organisations- und Eigentümerstrukturen verändert werden, damit der ländliche Raum viel stärker an den Gewinnen partizipiert? Welche Netzwerke und regionalen Vergütungssysteme müssten entwickelt werden, um die Teile der Landbevölkerung, die nicht direkt im Energie oder Ernährungssektor arbeiten, in diese Systeme zu integrieren?

Klima: Wie können die CO2-Bindungsleistungen (und damit gesamtgesellschaftlichen Klimaleistungen!) im ländlichen Raum quantifiziert werden? Wie können Land- und Forstwirte zu einer nachhaltigen „Kohlenstoffwirtschaft“ motiviert werden? Westliche Industrienationen unternehmen gewaltige Anstrengungen, um CO2 Sequestrierungen in Kohlekraftwerken zu finanzieren. Wendepunktzukunft fragt hier: Wie kann das politische Bewusstsein dafür entwickelt werden, daß die land- und forstwirtschaftlichen Flächen im ländlichen Raum ein viel größeres und vor allem billigeres CO2-Speicherungs-Potential bieten?

Gesellschaft: Kann eine umfassende „Kohlenstoffwirtschaft“ das lokale Konsum- und Transportverhalten mit einbeziehen? Kann sie so gestaltet werden, daß Nachbarschaftshilfen und kommunale Selbstversorgung integriert und gefördert werden als werthaltige Beiträge zu einer nachhaltigen ländlichen Ökonomie? Wie muß sie strukturiert sein, damit sie transparent, funktionabel und damit auf andere Regionen übertragbar wird? Wie können die Förderung von Kultur- und Sozialprojekte in diese Systemik integriert werden? Welche Arbeitsplätze sind geeignet, um aus der Stadt auf das Land verlagert zu werden?

• Wendepunktzukunft stellt sich all diesen Fragen als international vernetzter Think Tank. • Wendepunktzukunft entwickelt und implementiert Lösungskonzepte und –projekte. • Wendepunktzukunft ist ein Forum für die ländliche Bürgergesellschaft. • Wendepunktzukunft zeigt Interdependenzen zwischen den verschiedenen Themenbereichen auf. • Wendepunktzukunft wird zum Drehkreuz zwischen Stiftungen, Politikern und Entscheidern, die den ländlichen Raum als integrale Schnittstelle zwischen der Klima-, Energie- und Umweltkrise begreifen und seiner Entwicklung die entsprechende Priorität einräumen wollen.

Ausgangspunkt Wendland: Das Wendland als dünnstbesiedelter Landkreis Niedersachsens ist aus einer Reihe von Gründen für den Launch von Wendepunktzukunft prädestiniert: Zum einen leidet es besonders stark unter den typischen Entwicklungen strukturschwacher Regionen. Zum anderen hat es aufgrund der Gorleben Kontroverse eine besonders aktive und politisch verantwortungsbewusste Bürgerschaft, die in zahlreichen Initiativen bereits organisiert ist und sich effektiv darum bemüht, soziale, kulturelle und ökologische Lebensqualität zu verbessern. Und drittens ist es als Teil der Metropolregion Hamburg in einen schlagkräftigen politischen Kontext eingebunden.

Wendepunktzukunft – die Bürgergesellschaft für das Wendland